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Leben mit Büchern

Autor: Andrea Schellhase (Seite 1 von 3)

Wissen ist Macht – Nichts zu wissen macht aber nicht nichts

Smudo kocht seinen Spargel in der Spülmaschine (diverse Medien am 17.04.2018), Mathias Opdenhövel ist mit der früheren Background-Tänzerin von Dschingis Khan verheiratet und Slalomläufer Dominik Stehle züchtet Brieftauben (Link zum DSV, zuletzt abgerufen am 10.02.19).
Dies sind für viele Leser*innen sicherlich unwichtige Nachrichten. Obendrein sind sie vor allem falsch.
Die Aufklärung darüber in Inas Nacht vom 23.07.18, (ca. ab 14. Min. Smudo) und vom 22.10.18 (ca. ab 5. Min. Opdenhövel), ist allerdings erfrischend und aufschlussreich. Wurden diese Fake-News doch von Quellen verbreitet, denen Journalisten und Leser hinsichtlich der Richtigkeit der Nachrichten vertrauen: dpa und Munzinger.
Das ZDF reagierte via Facebook und Twitter am 13.01.19 auf den Brieftauben-Scherz des Sportlers auf der Internetseite des DSV. Diese wurde jedoch bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags am 10.02.2019 nicht aktualisiert.

Dass mit Fake-News nicht zu Scherzen ist und inwiefern „die Digitalisierung unsere Demokratie gefährdet“, zeigt uns der Medienwissenschaftler und Journalist Stephan Russ-Mohl in seinem Buch über unsere informierte Gesellschaft.
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Am Leben wachsen

Die ausdruckstarke Umschlaggestaltung weist schon auf den Inhalt hin. Auf einer regennassen Straße, in diesiger aber grün schimmernder Landschaft, geht dem Betrachter eine junge Frau entgegen.
In Ein reiner Schrei erzählt Siobhan Dowd davon, wie in dem kleinen südirischen Dorf Coolbar im Jahr 1984 die knapp 16-jährige Shell den Glauben an das Leben zurückgewinnt.

Nach dem Tod ihrer Mutter verlor ihr Vater jeden Halt.  Getrunken hatte er schon vorher, nun hat er seine Arbeit in der Landwirtschaft aufgegeben und sammelt für die Kirche Spendengelder. Neu in der Kirche ist auch der junge Kurat Pater Rose, der Shell zunächst Kraft gibt, sich um die beiden jüngeren Geschwister und sich selbst zu kümmern. Als Shell schwanger wird, brodelt die Gerüchteküche und sie bleibt in ihrer Not zunächst allein.
Und das im katholischen Irland, wo religiöser Dogmatismus bis ins Rechtssystem hinein reicht.

Mit einer klaren Sprache und starken, aber nicht überladenen Bildern, beschreibt Dowd, wie wichtig familiäre Bindung und freundschaftliche Unterstützung sind.

Ein absolut lesenswertes Buch, nicht nur für Jugendliche.

Siobhan Dowd: Ein reiner Schrei, aus dem Englischen von Salah Naoura, Carlsen 2006,
ISBN der gebundenen Ausgabe 978-3-551-58158-7,
ISBN der Taschenbuchausgabe 978-3-551-35861-5

Familie im Blick

Unbestreitbar ist Leander Scholz in unserer Gesellschaft und im Literaturbetrieb eine Ausnahme. Als Autor schrieb der inzwischen habilitierte Philosoph seine Romane und auch Zusammenleben – Über Kinder und Politik aus einer sehr persönlichen Motivation. Als Vater gehörte er zu den wenigen Männern die Elternzeit über anderthalb Jahre nahmen, während die Frau Vollzeit erwerbstätig war.
Angeregt durch die Zuschriften zu seinem Artikel in der Welt über diese eher ungewöhnliche Vaterrolle und die für ihn daraus resultierende innige Beziehung zu seinem Sohn, entstand dann das vorliegende Buch.

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Hannah Arendt lieber lesen und leben

Weil ich es mir nicht erlauben kann und will, den Samstagmorgen im Bett zu verbringen, habe ich das Interview von Tobias Haberl mit der Piper Verlegerin Felicitas von Lovenberg in der Wochenendausgabe (05./06.01.2019, S. 52) der Süddeutschen Zeitung (auch bezahlt, aber Papierausgabe) erst am Sonntagnachmittag gelesen.
Und auch mir stellten sich natürlich beim Lesen einige Fragen, wie wohl auch Tilman Winterling von 54 Books, die er dann aber im Unterschied zu mir gleich am Sonntag auf 54 Books veröffentlicht hat. Nicht ohne darauf aufmerksam zu machen, dass er „immer ein bisschen Angst“ hat, seine Aufregung darüber „öffentlich zu machen“.
Nun scheint mir aber genau dieses Interview exemplarisch für die momentane Situation im Literaturbetrieb und in weiten Teilen des Journalismus: Aufmerksamkeitsökonomie (Georg Franck, Hanser) um Klicks, Auflage, Reichweite gepaart mit einer Neigung zur Selbstgefälligkeit der etablierten Medien und der damit einhergehenden Entfernung vom lesenden Publikum stehen im Mittelpunkt.

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Fotografierend leben – Leben fotografieren

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu. Viele Verlage haben dieses Jahr genutzt, um 50 Jahre 1968 und die mit dem Jahr der Revolte einhergehenden Veränderungen in zahlreichen Publikationen in Augenschein zu nehmen. Viel Lesestoff, auch bei großem Interesse kaum zu schaffen.

Wenn es gut läuft, sind 50 Jahre ein halbes Leben. Barbara Klemm hat sich ihr ganzes Leben lang über der Fotografie gewidmet. Von 1970 bis 2004 war sie als Fotografin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung im kleinsten Dorf und in den Metropolen der Welt unterwegs. Barbara Klemm fotografierte unseren Alltag und die große Weltpolitik mit einem Blick dem es gelingt, in einer einzigen Fotografie eine lange Geschichte kurz zu erzählen.
Sie hat die Erinnerungen unseres Lebens in Bildern festgehalten.
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Dem Gewissen verpflichtet

Louise Pennys Romane um Inspektor Gamache, der in der kanadischen Provinz Québec ermittelt, wurden im anglo-amerikanischen Sprachraum mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Ins Deutsche sind bisher nur die ersten vier Bände übersetzt worden, zu einer Zeit, als die Krimis aus Skandinavien boomten.
Dem Kampa Verlag haben wir es jetzt zu verdanken, dass mit Hinter den drei Kiefern der 13. Fall für Gamache wieder in deutscher Sprache erschienen ist.

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Chris Bradford entführt uns ins Japan des frühen 17. Jahrhunderts

Stefan ist unser Vorleser.
Als Jugendlicher hat er seinen Geschwistern und schon Walter Scheel vorgelesen. Auf Kindergeburtstagen begeisterte er später Eltern und Kinder gleichermaßen.
Krimis und historische Romane bilden einen roten Faden in seinem Leben mit Büchern. Immer wieder gerne liest er Brechts „Das Leben des Galilei“, und oft mehrere Bücher unterschiedlicher Genres oder Medien gleichzeitig. Die Freude am Lesen steht für ihn an erster Stelle.

Stefans Buchvorstellung:

 „Gute Bücher gibt es in allen Genres und egal ob Sachbuch, Kriminalroman oder klassische Belletristik, sie haben alle eines gemeinsam, sie schaffen es uns zu fesseln und in ihren Bann zu ziehen.
Wenn das bei Kindern gelingt, die sonst eher weniger lesen und sich lieber tobend oder gebannt auf den Bildschirm starrend beschäftigen, dann hat der Autor einiges richtig gemacht.

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Auszeit mit Lichter im Advent

Dem Label Regionalverlag ist der Rhein-Mosel-Verlag schon ein wenig entwachsen. Das Programm befasst sich zwar überwiegend mit Geschichte und Geschichten die in dieser Region angesiedelt, aber auch bundesweit interessant zu lesen sind. Deshalb kann man die dort erscheinenden Bücher in jeder deutschen Buchhandlung erhalten.

In Lichter im Advent erzählen die Autorinnen humorvoll-schräge und erhellende, nachdenkliche und besinnliche Geschichten zu jedem Dezembertag vom hohen Norden über Südtirol bis nach Namibia.
Der etwas andere Adventskalender wird mit Vorlesegeschichten für die ganze Familie zu jedem Adventssonntag sowie wunderbaren kleinen Illustrationen von Annette Bahr ergänzt.

Lichter im Advent – der kalorienfreie Adventskalender kommt auch ohne süßliche Texte aus. Man mag keine Geschichte hervorheben, es gibt aber viele besondere.
(Vielleicht habe ich einen oder zwei persönliche Favoriten, aber finde jeder seine eigene Lieblingsgeschichte.)

Zeit für dieses Buch – bei einer Tasse Kaffee oder Tee – kann man sich an jedem Tag im Advent also getrost nehmen.

Marion Bischoff & Gabi Schmidt (Hrsg.): Lichter im Advent, Der etwas andere Adventskalender, Rhein-Mosel-Verlag 2018, ISBN der kartonierten Ausgabe:
978-3-89801-406-9

Kinderjury zeichnet Bernd Gieseking aus

Bernd Gieseking erhielt für das Hörspiel „Ab nach Paris“ den Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe 2018.
Das Besondere daran: Eine Kinderjury zeichnete das Hörspiel und damit den Autor aus.

Publikumspreise sind doch die schönsten Preise.

Wir gratulieren einem Autor, der in seinen Büchern humorvoll mit dem Leben umgeht.

 

Manchmal ist es so einfach, oder ?

Palo Alto die Stadt an der Küste Kaliforniens bringt man vor allem mit dem Silicon Valley und den dort ansässigen Computerfirmen in Verbindung.

John Jay Osborn, Autor von Liebe ist die beste Therapie, ist in Palo Alto geboren und lebt wie seine Protagonisten Charlotte sowie ihr Mann Steve in der Universitätsstadt an der San Francisco Bay. Hier treffen sich die Eheleute regelmäßig zur Paartherapie in Sandys Praxis.
Irgendetwas ist schiefgelaufen in ihrer Ehe. Steve hat Charlotte betrogen, sie ihn verlassen, aber abfinden wollen sich beide nicht mit dem endgültigen Scheitern ihrer Ehe. Therapeutin Sandy sieht zu Beginn auch nur geringe Chancen die Beziehung zu retten. Sie hat für die von beiden aufgebaute Ehe einen leeren Stuhl im Raum reserviert und will diesen wieder Besetzen.

Im Stil eines Kammerspiels strapaziert Osborn zwar manche Metapher etwas über, dennoch lässt sich Liebe ist die beste Therapie gut lesen und man möchte wissen, ob Charlott und Steve wieder zusammenkommen.

John Jay Osborn: Liebe ist die beste Therapie, aus dem Amerikanischen von Jenny Merling, Diogenes 2018, ISBN der Leinenausgabe
978-3-257-07043-9

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