Leben mit Büchern

Schlagwort: Weihnachten

Weihnachten in Skoga

Ach, was habe ich in den letzten Wochen so einige Bücher an- und durchgelesen. Kaum eins davon hat überzeugt und einen Beitrag über die böse Satire hebe ich mir lieber fürs nächste Jahr auf. Deshalb nun ein kurzer Blick auf das, was der Freundeskreis liest. Okay, eigentlich müsste es Freundeskreis las heißen, denn Katja und Jan auf Jagd war Schullektüre, und zwar schon vor Jahrzehnten.
Warum habe ich dieses Buch nicht vergessen?

Wieder geht es nach Schweden, in die Region Bergslagen. Es ist das letzte Adventswochenende und im kleinen Städtchen Skoga herrscht vorweihnachtliche Hektik. Der siebenjährige Jan möchte von seinen letzten Kronen noch Geschenke kaufen. Eins soll für seine fast erwachsene Freundin Katja sein, die die Feiertage bei ihren Großeltern in Skoga verbringt. Mit ihr hat er schon so manches Abenteuer bestanden und auch dieses Mal erleben die beiden eine aufregende Zeit. Nicht nur, dass der Weihnachtsmann erst Jans Geschenke stiehlt, raubt er doch am Abend darauf mit einer Waffe in der Hand genau das Geschäft aus, in dem sich Jan gerade aufhält.
Die Jagd beginnt.

Was soll ich sagen, die Erinnerung trog nicht.
Katja und Jan auf Jagd ist eine Freude für kleine und große Krimifans.
Es gibt noch eine Buchhandlung und eine Krimiautorin mit „einer heimlichen Wohnung“, „dem Zufluchtsort eines Schriftstellers“. Ja, Leserherz, was willst du mehr?
Feinen Humor? Spannung? Gibt es auch.
Dazu kommt ein guter Umgang der Figuren mit Übergriffigkeiten, Geldsorgen oder anderen Problemen, die das Leben so mit sich bringen kann.
Weihnachten wird weder kitschig romantisiert, noch übertrieben konsumkritisch dargestellt. Weihnachten mit seinen regionalen Traditionen, wie etwa Mandeln im Reisbrei, gehört einfach zum Schauplatz der Geschichte und lässt die Zeit Ende der 1970er Jahre für die Leserin wieder lebendig werden.

Der Jubel der Kinder war riesig,
geblümte Unterhosen  
[ 🙂 herrlich]
wurden ebenso freudig begrüßt wie Spielzeugautos und Puppen.“

Maria Lang: Katja und Jan auf Jagd
Ein Krimi (ab 11 Jahre)
Deutsch von Eckehard Schultz
Rowohlt Taschenbuch Verlag 1979
ISBN
3-​499-20232-8

PS: Wer etwas mehr über die Autorin Maria Lang erfahren möchte, findet interessante Infos in der Wikipedia und auf schwedenkrimi.de unter: Die Biografie der Autorin Dagmar Lange alias Maria Lang.

Es weihnachtet sehr

Für Frau Helbing und der tote Fagottist erhielt Eberhard Michaely 2022 den Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie „Debüt“ und im inzwischen sechsten Band der Reihe ermittelt Frau Helbing aus Hamburg nun auch zur Weihnachtszeit.

Nicht nur, dass sich ihr Schwager Walter aus Amerika an Heiligabend zu Besuch angekündigt hat, steht die ehemalige Fleischereifachverkäuferin und Rentnerin Franziska Helbing kurz vor den Weihnachtstagen auch noch für Proben auf der Bühne des St. Pauli Theaters. Tratsch im Treppenhaus soll am ersten Weihnachtsfeiertag mit und für Dr. Rheder zum 80. Geburtstag gegeben werden. Doch dann gibt es zwei Tote durch vergiftetes Weihnachtsgebäck und Frau Helbing gerät selbst unter Verdacht. Den muss sie natürlich dringend ausräumen.

Mit von der Partie sind auch dieses Mal Kommissar Borken und Herr Aydin. Der Schneider ist gleichermaßen ruhiger Zuhörer wie Ratgeber und Frau Helbings schönstes Geschenk ist, dass „sie diesen Mann zu ihren Freunden zählen“ darf.
Schließlich obsiegt – bei aller Aufregung – am Ende doch hanseatische Zurückhaltung, eine kleine Prise Humor und das, was Weihnachten letztlich ausmacht.

 

Eberhard Michaely: Frau Helbing und die tödlichen Weihnachtsplätzchen, Der sechste Fall
Oktopus im Kampa Verlag 2024
ISBN der kartonierten Ausgabe
978-3-311-30069-4

ISBN der E-Book-Ausgabe (epub)
978-3-311-70553-6

Rätsel über Rätsel

Weihnachten kommt näher und zur Einstimmung wollte ich mal wieder ein Buch zum Thema lesen, vielleicht auch einen Beitrag darüber verfassen. In der Bücherei war Remember Last Christmas direkt verfügbar und so nahm ich ein Buch aus dem in den sozialen Medien sehr beliebten Subgenre New Adult mit nach Hause.

Ein humorvoller Liebesroman“ mit „Gefühlschaos zur Weihnachtszeit“: Klingt ganz gut, was der Piper Verlag den „Leser:innen“ so ankündigt.
Alexis und ihr „langjähriger Highschool-Crush“ Maron arbeiten in der Vorweihnachtswoche als Elfe und Santa verkleidet in einer New Yorker Mall, um gemeinsam Kinder zu erfreuen. Für Alexis ist dies jedoch alles andere als erfreulich. Das Kostüm ist lächerlich und der ehemalige Schwarm hat auch noch ihren One-Night-Stand aus dem vorigen Jahr vergessen!

Wie kann das sein, fragt sich Alexis zu Recht und auch für mich als Leserin folgen Rätsel über Rätsel.
Warum lässt die Autorin ihre Protagonisten ausgerechnet in New York leben und verzweifelt lieben? Und wer ist diese Emma Goldman überhaupt? Aus dem Buch erfährt man gerade mal, dass sie im Januar 1996 geboren wurde und „Romantik und eine Prise Humor“ sie im Leben begleiten. Selbst ihr Portraitbild auf der Verlagswebsite wirkt ein bisschen wie ein Stockfoto. Handelt es sich hier vielleicht um ein KI-generiertes Buch, das lediglich von der im Copyright genannten Fam Schaper redigiert wurde?

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Tomte Tummetott macht Hoffnung

Tomte ist ein uralter Wichtel, ein Wichtel, so wie wir ihn uns nach den Überlieferungen nur vorstellen können.

Er ist klein, hat einen langen weißen Bart und trägt eine rote Wichtelmütze.

Tomte lebt verborgen auf jedem Bauernhof und in jedem Haus. Nur des Nachts kommt er hervor, schaut nach den Tieren im Stall und den schlafenden Menschen. Gesehen hat ihn noch niemand, aber jeder weiß, dass es ihn wirklich gibt.

In Astrid Lindgrens Text von Tomte Tummetott raunt er den Tieren und uns hoffnungsvolle Wichtelworte zu:

Viele Winter und viele Sommer sah ich kommen und gehen. Geduld nur, Geduld! Der Frühling ist nah.“

Und solange im Haus Erde noch Menschen wohnen, wird Tomte auf sie aufpassen.

Lasst uns also gut zu ihnen sein – zu Tomte, den Menschen und der Erde auf der wir wohnen.

Astrid Lindgren: Tomte Tummetott, mit Bildern von Harald Wiberg, Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 1960

Die schwedische Originalausgabe erschien im selben Jahr unter dem Titel TOMTEN.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert immer wieder schön, wärmt dieses Buch die Herzen der Menschen.

 

O. Henrys Geschenk der Weisen

Das Geschenk der Weisen ist eine Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals erschienene Kurzgeschichte des US-amerikanischen Schriftstellers O. Henry. Für manche gehört sie zu den schönsten Weihnachtsgeschichten der Welt.

Das Beitragsbild zeigt die von P. J. Lynch illustrierte — und wunderbar stimmungsvoll das winterliche New York um 1910 einfangende — Sanssouci Ausgabe aus dem Thiele & Brandstätter Verlag. Diese enthält auch ein ehrendes Nachwort der Übersetzerin Eva-Maria Altemöller, über das Leben des Autors und die Entstehung eines Weihnachtsklassikers.

O. Henrys Kurzgeschichte erzählt ebenso von einer großen Liebe, die Das Geschenk der Weisen vor allem für Romantiker lesenswert macht.

O. Henry: Das Geschenk der Weisen, Übersetzung des Originaltexts, entnommen aus: „The Complete Edition of O. Henry: The Four Million (1903): Eva – Maria Altemöller, Illustration: P. J. Lynch, Sanssouci by Thiele & Brandstätter 2017,
ISBN der gebundenen Ausgabe 978-3-99056-052-5

Auszeit mit Lichter im Advent

Dem Label Regionalverlag ist der Rhein-Mosel-Verlag schon ein wenig entwachsen. Das Programm befasst sich zwar überwiegend mit Geschichte und Geschichten die in dieser Region angesiedelt, aber auch bundesweit interessant zu lesen sind. Deshalb kann man die dort erscheinenden Bücher in jeder deutschen Buchhandlung erhalten.

In Lichter im Advent erzählen die Autorinnen humorvoll-schräge und erhellende, nachdenkliche und besinnliche Geschichten zu jedem Dezembertag vom hohen Norden über Südtirol bis nach Namibia.
Der etwas andere Adventskalender wird mit Vorlesegeschichten für die ganze Familie zu jedem Adventssonntag sowie wunderbaren kleinen Illustrationen von Annette Bahr ergänzt.

Lichter im Advent – der kalorienfreie Adventskalender kommt auch ohne süßliche Texte aus. Man mag keine Geschichte hervorheben, es gibt aber viele besondere.
(Vielleicht habe ich einen oder zwei persönliche Favoriten, aber finde jeder seine eigene Lieblingsgeschichte.)

Zeit für dieses Buch – bei einer Tasse Kaffee oder Tee – kann man sich an jedem Tag im Advent also getrost nehmen.

Marion Bischoff & Gabi Schmidt (Hrsg.): Lichter im Advent, Der etwas andere Adventskalender, Rhein-Mosel-Verlag 2018, ISBN der kartonierten Ausgabe
978-3-89801-406-9

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