Leben mit Büchern

Mundwinkel hoch mit Valerio

Dieser Pandemie können wir uns nicht entziehen und sie ist für uns alle eine anstrengende, entbehrungsreiche und unsichere Zeit.
Die Zeit, die wir in Um- und Neu-Organisation des Lebens investieren, fehlt dem Freundeskreis, um sich über Gelesenes auszutauschen oder gar hier auf vitaLibris darüber zu schreiben.
Zum Glück findet sich aber immer noch Zeit zu lesen, wie zum Beispiel den anregenden Artikel von Tobias Lehmkuhl über die Verleihung des Georg-Büchner-Preises an die Dichterin Elke Erb, vom zweiten November 2020, in der Süddeutschen Zeitung.
Am Ende bezieht er sich auf Erbs Dankesrede, in der sie den „Sprachtanz Büchners“ erwähnte und ausschließlich aus seinem Lustspiel Leonce und Lena rezitierte.
Und so ermunterte der Beitrag, (nochmal) zum Lustspiel zu greifen, kann man Aufheiterung momentan doch dringend brauchen.

Ach, da traf ich sie wieder: den Prinzen Leonce vom Reiche Popo, Prinzessin Lena vom Reiche Pipi und meinen speziellen Freund Valerio, an dessen Wortwitz ich geradezu einen Narren gefressen habe.

Mit meist feiner Ironie und manch satirischer Schärfe entzaubert Georg Büchner den romantisierten Sehnsuchtsort Italien und hält den Herrschenden den Spiegel vor die Nase.

Eine wahrlich gelungene Aufheiterung in außergewöhnlichen Zeiten.

Leonce und Lena war das letzte Stück, das Büchner vor seinem Tod am 19. Februar 1837 vollenden konnte. Er starb nur dreiundzwanzigjährig in Zürich an den Folgen einer Typhuserkrankung, „Woyzeck ist Fragment geblieben“. [1]

In der heutigen Form eines allgemeinen Literaturpreises wird der Georg-Büchner-Preis seit 1951 vergeben und gilt als der bedeutendste für Schriftsteller*innen, „die in deutscher Sprache schreiben“. [2]

Für gewöhnlich lasse ich mich nicht von Preisen und Auszeichnungen beeindrucken — diese Leseerfahrung ließ mich allerdings interessiert wieder- und weiterlesen.

Auf dem Wunschzettel stehen jetzt auch Gedichte und Texte von Elke Erb.

 

 

[1] Hamburger Lesehefte, 148. Heft, S. 58

[2] https://www.deutscheakademie.de/de/auszeichnungen/georg-buechner-preis

2 Kommentare

  1. Anne-Marit Strandborg

    Moin liebe Andrea,
    die Heftchenform kam mir gleich bekannt vor. Von meinem Buchladen Lesezeichen in Aurich, bei der man beim Online-Bestellen Punkte sammeln kann, habe ich mal so ein Heft kostenlos bekommen: „Krambambuli“ von Marie von Ebner-Eschenbach.
    Viel Spaß dann irgendwann mit Elke Erb. Ich kenne sie gar nicht.

    Liebe Grüße und bleib gesund,
    Anne-Marit

    • Andrea Schellhase

      Liebe Anne-Marit,

      die Hamburger Lesehefte sind doch immer gut, um günstig Klassiker zu lesen. Und haltbarer als ihr Ruf sind sie auch. Meine Ausgabe muss aus den 80er Jahren sein und ist noch sehr gut in Schuss. (Es gibt keine Angabe dazu in meinem Heft, aber ich habe „Leonce und Lena“ in der Mittelstufe gelesen.)
      Auf Elke Erb bin ich tatsächlich auch erst durch die Verleihung des Georg-Büchner-Preises gestoßen. Vielleicht lasse ich mir von ihr erklären, was ein Gedicht ist: „Ein Gedicht ist, was es tut“, erschienen im Göttinger Wallstein Verlag. Oder ich versuche mich gleich mal an ihren Gedichten. Bin selbst gespannt.

      Lieben Gruß

      Andrea

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