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Leben mit Büchern

Dem Gewissen verpflichtet

Louise Pennys Romane um Inspektor Gamache, der in der kanadischen Provinz Québec ermittelt, wurden im anglo-amerikanischen Sprachraum mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Ins Deutsche sind bisher nur die ersten vier Bände übersetzt worden, zu einer Zeit, als die Krimis aus Skandinavien boomten.
Dem Kampa Verlag haben wir es jetzt zu verdanken, dass mit Hinter den drei Kiefern der 13. Fall für Gamache wieder in deutscher Sprache erschienen ist.

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Chris Bradford entführt uns ins Japan des frühen 17. Jahrhunderts

Gute Bücher gibt es in allen Genres und egal ob Sachbuch, Kriminalroman oder klassische Belletristik, sie haben alle eines gemeinsam, sie schaffen es uns zu fesseln und in ihren Bann zu ziehen.

Wenn das bei Kindern gelingt, die sonst eher weniger lesen und sich lieber tobend oder gebannt auf den Bildschirm starrend beschäftigen, dann hat der Autor einiges richtig gemacht.

Mit der Samurai-Reihe ist es Chris Bradford gelungen eine spannende Geschichte zu entwickeln, die neben tollen Charakteren auch das Leben im Japan des 17. Jahrhunderts einfängt.

Der 12-jährige Engländer Jack strandet zu Beginn der Reihe als Schiffbrüchiger in Japan und wird als Ziehsohn eines Samurai in dessen Samuraischule ausgebildet. Politische Intrigen, Krieg und aufkeimender Fremdenhass werden für den inzwischen Jugendlichen und seine Freunde zu einer lebensbedrohlichen Gefahr. Gezwungen sich vor seinen Häschern zu verstecken, versucht er ein Schiff für die Heimreise nach England zu finden.
Doch das einzige Erbe seines Vaters, ein Navigationsbuch von unschätzbarem Wert, weckt Begehrlichkeiten bei seinen Feinden.

Ich habe die Bücher meinen Söhnen vorgelesen und obwohl sie zu dieser Zeit etwas jünger als die empfohlenen 12 Jahre waren, haben sie jeden Leseabend herbeigesehnt. Das schöne dabei war, dass es mir genauso ging. Die Bücher sind durchweg so spannend und fesselnd geschrieben, dass man, wenn man Abenteuerbücher liebt, auch als Erwachsener sehr gut unterhalten wird.

Es war nie stiller in unserem Haus…

Chris Bradford: Samurai (Band 1) „Der Weg des Kämpfers“, Ravensburger Buchverlag, ISBN der kartonierten Ausgabe 978-3-473-58384-3

 

Auszeit mit Lichter im Advent

Dem Label Regionalverlag ist der Rhein-Mosel-Verlag schon ein wenig entwachsen. Das Programm befasst sich zwar überwiegend mit Geschichte und Geschichten die in dieser Region angesiedelt, aber auch bundesweit interessant zu lesen sind. Deshalb kann man die dort erscheinenden Bücher in jeder deutschen Buchhandlung erhalten.

In Lichter im Advent erzählen die Autorinnen humorvoll-schräge und erhellende, nachdenkliche und besinnliche Geschichten zu jedem Dezembertag vom hohen Norden über Südtirol bis nach Namibia.
Der etwas andere Adventskalender wird mit Vorlesegeschichten für die ganze Familie zu jedem Adventssonntag sowie wunderbaren kleinen Illustrationen von Annette Bahr ergänzt.

Lichter im Advent – der kalorienfreie Adventskalender kommt auch ohne süßliche Texte aus. Man mag keine Geschichte hervorheben, es gibt aber viele besondere.
(Vielleicht habe ich einen oder zwei persönliche Favoriten, aber finde jeder seine eigene Lieblingsgeschichte.)

Zeit für dieses Buch – bei einer Tasse Kaffee oder Tee – kann man sich an jedem Tag im Advent also getrost nehmen.

Marion Bischoff & Gabi Schmidt (Hrsg.): Lichter im Advent, Der etwas andere Adventskalender, Rhein-Mosel-Verlag 2018, ISBN der kartonierten Ausgabe:
978-3-89801-406-9

Kinderjury zeichnet Bernd Gieseking aus

Bernd Gieseking erhielt für das Hörspiel „Ab nach Paris“ den Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe 2018.
Das Besondere daran: Eine Kinderjury zeichnete das Hörspiel und damit den Autor aus.

Publikumspreise sind doch die schönsten Preise.

Wir gratulieren einem Autor, der in seinen Büchern humorvoll mit dem Leben umgeht.

 

Manchmal ist es so einfach, oder ?

Palo Alto die Stadt an der Küste Kaliforniens bringt man vor allem mit dem Silicon Valley und den dort ansässigen Computerfirmen in Verbindung.

John Jay Osborn, Autor von Liebe ist die beste Therapie, ist in Palo Alto geboren und lebt wie seine Protagonisten Charlotte sowie ihr Mann Steve in der Universitätsstadt an der San Francisco Bay. Hier treffen sich die Eheleute regelmäßig zur Paartherapie in Sandys Praxis.
Irgendetwas ist schiefgelaufen in ihrer Ehe. Steve hat Charlotte betrogen, sie ihn verlassen, aber abfinden wollen sich beide nicht mit dem endgültigen Scheitern ihrer Ehe. Therapeutin Sandy sieht zu Beginn auch nur geringe Chancen die Beziehung zu retten. Sie hat für die von beiden aufgebaute Ehe einen leeren Stuhl im Raum reserviert und will diesen wieder Besetzen.

Im Stil eines Kammerspiels strapaziert Osborn zwar manche Metapher etwas über, dennoch lässt sich Liebe ist die beste Therapie gut lesen und man möchte wissen, ob Charlott und Steve wieder zusammenkommen.

John Jay Osborn: Liebe ist die beste Therapie, aus dem Amerikanischen von Jenny Merling, Diogenes 2018, ISBN der Leinenausgabe
978-3-257-07043-9

Dörte Hansens bewegender Roman Mittagsstunde

Ein Raunen freudiger Erwartung erfüllte das Deutsche Theater Göttingen. Die Besucher unterhielten sich leise. Die Tochter sei Buchhändlerin und habe ihr zum Besuch dieser Lesung dringend geraten, sagte eine Dame. Andere haben Altes Land gelesen und wollten nun die Autorin und ihren neuen Roman Mittagsstunde kennenlernen.

Dörte Hansen war zu Gast beim Göttinger Literaturherbst und schon Tage vorher war die Veranstaltung ausverkauft. Ihr Debüt Altes Land wurde 2015 zum Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels gewählt und im Gespräch mit NDR-Kultur-Redakteur Joachim Dicks erzählte Dörte Hansen, dass der Stoff zu dem neuen Roman Mittagsstunde sie bereits lange Zeit vor dem Bestseller Altes Land sehr beschäftigte.
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Mit Michael Müller im Harz auf Paul Renner gestoßen

Auf der Suche nach einer Gegend oder Stadt im Harz, wo Natur und Kultur zusammenkommen, bot sich aufgrund guter Erfahrungen bei Planungen anderer Urlaube, der Blick in den Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag an.
Die Autoren Barbara Reiter und Michael Wistuba, in Österreich beheimatet, bewegen sich abseits der überlaufenen Touristenwege, benennen diese mit klaren Worten und führen schon den Leser auf tolle Wanderungen.

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Am Abgrund lässt man gern den Vortritt

Am Abgrund lässt man gern den Vortritt könnte im Herbst 2018 ein Gedanke sein, der einige Akteure der großen Koalition umtreibt. Hier handelt es sich jedoch um den von Jörg Maurer raffiniert formulierten Titel seines zehnten Alpenkrimis.

Seit seinem Erscheinen in diesem Frühjahr wollte ich mir Maurers kabarettistischen Sprachwitz wieder einmal gönnen und habe nun aber ganz gegen meine Gewohnheiten zum Hörbuch gegriffen.

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Göttingen – Die Literaturstadt Deutschlands

Welche Stadt darf den Namen Literaturstadt Deutschlands tragen? Frankfurt, weil dort die weltweit größte Buchmesse stattfindet? Berlin, weil es dort immer mehr  Verlage hinzieht? Oder ist es Leipzig, die Stadt mit Buchhandelsgeschichte und vielen Studiengängen im Bereich Buch und Medien sowie der Buchmesse mit Charme?

Vom 12. bis 21.10.2018 ist vor allem Göttingen die Literaturstadt Deutschlands.

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Hoffnung, Phantasie und Träume

Hoffnung, Phantasie und Träume tragen Bethany durchs Leben. Wacht sie auf, zieht es sie immer wieder ans Meer, an dem ihr nach Krisen – auch „ontologischer Art“ – bewusst wird, „wie unbedeutend sie ist, ein kleiner zweibeiniger Homunkulus inmitten dieser ungeheuren Weite, ein kleiner Punkt, eine winzige Mücke, die in dieser elementaren Natur aus Sand, Wasser und Himmel dahinkrabbelt“.
Sie möchte Schriftstellerin, Schauspielerin und auch Fotografin werden, aber vor allem möchte sich Bethany – wie viele jungen Menschen Anfang 20 – von ihren Eltern, vornehmlich ihrer Mutter lösen, bei der sie nach jeder gescheiterten Kurzbeziehung immer wieder einzieht.

William Boyd zeichnet in seinem Roman All die Wege, die wir nicht gegangen sind eine junge Frau, die um ihre Fehler weiß, der es aber schwer fällt diese nicht zu wiederholen.

All die Wege, die wir nicht gegangen sind ist eine intelligente, im heutigen London angesiedelte Coming-of-Age-Geschichte, die ganz nebenbei auch die Entwicklung Bethanys‘ Eltern erzählt und durchweg elegant formuliert ist.

Wird Bethany den für sie richtigen Weg gehen und ihren Platz in dieser Welt finden?

William Boyd: All die Wege, die wir nicht gegangen sind, in der Übersetzung von Ulrike Thiesmeyer, Gatsby im Kampa Verlag 2018, ISBN der Leinenausgabe
978-3-311-21003-0

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