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Leben mit Büchern

Peter Bursch’s Gitarrenbuch und der Voggenreiter Verlag

Die Frage, was denn ein gutes Buch ausmache, wird oftmals an einer hochwertigen Ausstattung, wie Leinen- oder Ledereinband, Prägedruck, Schnittverzierung oder auch der aufschlagfreudigen Fadenheftung festgemacht.
Peter Bursch’s Gitarrenbuch kann all dies nicht aufweisen, zudem enthält der Titel das manchmal auch mit Bedacht gesetzte Apostroph dort, wo es eigentlich nicht hingehört.
Dennoch ist Burschs Gitarrenbuch eine Erfolgsgeschichte des Voggenreiter Verlags, und die Macher haben das Apostroph […] bewusst beibehalten. Wir hatten uns so daran gewöhnt und wollten deswegen nicht darauf verzichten.“[1]

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Zeig mir die Welt — Texte aus alten Schulbüchern

Helge Tismer ist pensionierter Volksschullehrer und trat seine erste Stelle in den frühen 1960er Jahren an.

Die Ausstellung „Als es noch kein Smartphone gab … Kommunikation, Information und Bildung im Dorf“ hatten wir bereits besucht. Dort gibt es natürlich auch technische Errungenschaften oder Gesellschaftsspiele zu sehen, aber vor allem Papiermaterialen beschreiben dieses Zeitalter und das Lesebuch ist zentrales Thema der Alltagssammlung des Regionalmuseums Kaufungen.
Nun las Helge Tismer, anlässlich der Kasseler Museumsnacht im historischen Klassenraum, unter dem Motto „Zeig mir die Welt“ aus alten Schulbüchern.

Dass die „Kritische Lesung“ aus alten Schulbüchern interessant werden könnte, erhoffte ich mir, da Hildegard Hamm-Brücher schon in ihrem Buch Und dennoch… auf völlig antiquierte Schulbuchtexte hinwies. Als betroffene Mutter nennt sie dort Beispiele aus den Schulbüchern ihrer Kinder aus den 1960er Jahren, die vom „Landleben als allein seligmachende Lebensform“  berichten oder von Aufgaben, die die Schüler den „Zug der Toten“ anhand der „verlorenen Soldaten im Ersten Weltkrieg“ berechnen lassen sollten.

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Details sind wichtig

Es begann mit dem Film Sommerfest, nach einem Roman von Frank Goosen. Beim fröhlichen Literaturschauen erinnerte ich mich, zwei gute Besprechungen von Goosens neuem Roman Kein Wunder in Printmedien gelesen zu haben.
In ebenso guter Erinnerung habe ich seinen Debütroman Liegen lernen, der im Jahre 2000 im Eichborn Verlag erschien.
Nun fügte es sich auch noch, als ich eigentlich nur Bücher zurückgeben wollte, dass im Regal der Neuanschaffungen unserer Gemeindebücherei Kein Wunder frontal präsentiert wurde. So kam ich nicht umhin es auszuleihen und freute mich sehr aufs Lesen. Denn: Liebesgeschichten erzählen, das kann Goosen. Und zwar unsentimental, humorvoll und frei von jeglichem Kitsch, mitten aus dem Ruhrpott-Leben.
Ist ihm dies mit Kein Wunder auch über politische Systemgrenzen hinweg gelungen?

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Mit Maigret an die französische Atlantikküste

Meine letzte Begegnung mit Georges Simenons Kommissar Maigret ist lange her. Sehr lange. Zugegeben, ich habe mich damals auch ein wenig gelangweilt. Nun war aber der Alltag so hektisch, dass ich mich nach der Ruhe, die Maigret damals auf mich ausstrahlte, fast sehnte. Und auf dem Cover von Maigret macht Ferien liegen die Segelboote am Strand so wunderbar in der Sonne. Da wollte ich auch hin.

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Kein Buch für einen Tag

Das fröhlich gestaltete Cover spricht das Kind in mir an. Das Menschenkind, das wir alle sind.
Vor himmelblauem und maigrünem Hintergrund fassen sich unterschiedlichste, aber in schwarz-weiß gezeichnete Menschen an den Händen.

In Augenblicke erzählt Autor Stefan Schär 101 überraschende Geschichten aus dem Leben.

Diese Geschichten sind aber nicht nur überraschend, sondern sie bieten auch romantische oder nachdenkliche Augenblicke.
Einmal dachte ich, ja, das ist jetzt richtig gut. Hier ist der Gedanke auf den Punkt gebracht.
Manch andere Geschichte wirkt zunächst recht einfach, aber das ist das Leben ja auch so manches Mal. Einfach schön.

Am Stück liest man Augenblicke eher nicht. Dies ist kein Buch für einen Tag. Vielleicht nimmt man es zur Hand, wenn ein Augenblick Zeit ist innezuhalten und daran zu denken, dass wir alle Menschenkinder sind.

Ein freundliches Marketing per Mailkontakt und das ansprechende Cover haben mich dazu bewogen, mir dieses kleine Buch zu kaufen. Obwohl ein Book on Demand, habe ich es sehr schnell bei meiner Buchhändlerin erstanden.

Eine kleine und gute Investition.

Stefan Schär: Augenblicke, 101 überraschende Geschichten aus dem Leben, Books on Demand 2019,
ISBN der kartonierten Ausgabe 978-3-7481-7871-2

Aber der Punkt fehlt am Ende – hoffentlich – nie 😉

Schreiben ist vor allem ein kreativer Vorgang, und so pflege ich auch einen sehr kreativen, vor allem emotionalen Umgang mit den Regeln der Interpunktion, insbesondere mit denen der Kommaregeln.
Dies ist auf meine Komma-Regel-Schwäche (KRS) zurückzuführen. Es gibt noch keine fachliche Diagnose, da sie noch nicht allgemein anerkannt ist, obwohl sie sich doch auch bei anderen ­– selbst Nebenfachgermanisten – beobachten lässt. Bei mir ist sie zudem historisch belegt.

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Fräulein Nette in Melsungen

Nein, in Melsungen war die Dichterin und Komponistin Annette von Droste-Hülshoff nicht. Zumindest nicht in dem Roman Fräulein Nettes kurzer Sommer. Stattdessen folgte die Autorin Karen Duve gerne der Einladung der Culturinitiative Melsungen in die malerische Fachwerkstadt.

Im 40. Literatur-Gespräch der Culturinitiative wurde das Buch besprochen und offenbar für so interessant befunden, dass die Organisatoren um Oliver Engl und Michael Geise die Lesung in der Brückenbuchhandlung ausrichteten.
Die Veranstaltung war ausverkauft und im Publikum saßen nach Karen Duves eigenen Erfahrungen überraschend viele Männer.

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Gelebtes Grundgesetz – Hildegard Hamm-Brücher

 

Grundgesetz
für die Bundesrepublik Deutschland

vom 23. Mai 1949.

 

  Der Parlamentarische Rat hat am 23. Mai 1949 in Bonn am Rhein in öffentlicher Sitzung festgestellt, daß das am 8. Mai des Jahres 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossene Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der Woche vom 16.-22. Mai 1949 durch die Volksvertretungen von mehr als Zweidritteln der beteiligten deutschen Länder angenommen worden ist.
Auf Grund dieser Feststellung hat der Parlamentarische Rat, vertreten durch seinen Präsidenten, das Grundgesetz ausgefertigt und verkündet.
Das Grundgesetz wird hiermit gemäß Artikel 145 Absatz 3 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

 

In diesem Auszug aus dem Dokumentenarchiv der Bundesrepublik Deutschland werden schon die wichtigsten Daten genannt: In diesen Tagen feiert unser Grundgesetz 70. Geburtstag.
Eine bedeutende Frau, die für die Durchsetzung des Absatz 2 in Artikel 3 – „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ – unserer Grundrechte steht, war Elisabeth Selbert. Dieses entscheidende Engagement für die Entwicklung unserer Demokratie wurde sogar verfilmt.

Eine andere bedeutende Frau, mit der ich persönlich vor allem Artikel 38 unserer Verfassung verbinde, ist Hildegard Hamm-Brücher. Als FDP-Mitglied im Bundestag hielt sie am 01. Oktober 1982 ihren Redebeitrag „Ein klares Nein“ während der Debatte über das Konstruktive Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt.

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War die Buchhändlerempfehlung – Eva Ibbotsons Die Morgengabe– eine gute?

Anna ist 14 Jahre alt und mag Sport, vor allem das Reiten und die Pflege der Pferde.

Ihr wurde schon zu Beginn ihres Lebens viel vorgelesen und dabei ihre Vorliebe für Bücher geweckt. Sie lernte früh zu lesen, da das selbst Lesen eine notwendige Folge war, um mehr Bücher entdecken zu können.
Mein glückliches Leben von Rose Lagercrantz und Eva Eriksson ist das Kinderbuch, welches jeden ihrer Umzüge mitmachen wird. Da sie zuletzt Charlotte Brontës Jane Eyre ständig aus dem Bücherregal ihrer Mutter nahm, um darin zu lesen, gab es zu Weihnachten eine eigene, natürlich die gleiche Klassiker-Ausgabe sowie das Taschenbuch in neuer Übersetzung.
Auf Empfehlung der Inhaberin unserer örtlichen Buchhandlung, erhielt Anna noch Die Morgengabe als zusätzliches Weihnachtsgeschenk.

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Tricks und Täuschungen in der Kunstszene

Mit dem Kriminalroman Der Turm der blauen Pferde begibt sich Glauser-Preisträger Bernhard Jaumann in die Kunstszene. Das berühmte gleichnamige Gemälde Franz Marcs gilt seit 1945 als verschollen. Letzter bekannter Besitzer war Hermann Göring. Ist es mit einem seiner Sonderzüge nach Berchtesgaden gelangt?

Nun behauptet Kunstsammler Egon Schwarzer, das Original angekauft zu haben und beauftragt die kleine Münchner Kunstdetektei von Schleewitz herauszufinden, wo sich das Bild während der letzten 70 Jahre befand.
Es folgt eine Spurensuche mit Tricks und Täuschungen allenthalben. In eingeschobenen, kürzeren Kapiteln begleitet der Leser das Bild und seine Wirkung auf die jeweiligen Besitzer, von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Menschen kommen gewaltsam zu Tode und familiäre Spannungen umtreiben Archivar Max aus der Detektei. Dies erzählt Jaumann mit dem nötigen Ernst. Auf die Kunstwelt schaut er auch mit humorvoller Ironie.

Bernhard Jaumann hat es geschafft, mit Der Turm der blauen Pferde

„[…] Geschichten [zu] erfinden, die elegant über das hinwegsegelten, was man so Wahrheit nannte.“

Mir hat es Spaß gemacht, diesen Kriminalroman zu lesen.

Bernhard Jaumann: Der Turm der blauen Pferde, Galiani Berlin 2019, ISBN der großformatigen Paperback-Ausgabe
978-3-86971-141-6,
der ePub-Ausgabe
978-3-462-31970-5

 

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