Leben mit Büchern

Schlagwort: Schweden

Ein paar Worte über letztens gelesene Bücher

Tami Hoag: Tödlich ist die Nacht

Jace, Fahrradkurier in L. A., wird gejagt. Erst vom Mörder seines letzten Auftraggebers, dann auch noch von der Polizei, die ihn für den Täter hält.
Flotte Story aus dem Jahr 2005 nach amerikanischer Thrillerschule, bei der die Leserin kaum Zeit hat, über mögliche Ermittlungsfehler nachzudenken.

Übersetzer:innen: Gabriele Werbeck, Andrea Stumpf
Aufbau Digital
2025
ISBN des E-Books
978-3-8412-3698-2

 

Daniel Woodrell: In Almas Augen

Schon auf der ersten Seite des Romans wird Alma von ihrem Enkel erzählerisch grandios vorgestellt. Danach fächert er die Geschehnisse um die Explosion in der Arbor Dance Hall 1929 in einem kleinen Ort in Missouri auf, bei der Almas Schwester Ruby und 41 weitere Menschen starben und die noch Generationen danach belastet.
Daniel Woodrells ausdrucksstarke Erzählweise ist stimmungsvoll, atmosphärisch dicht und poetisch. Das Lebensgefühl während der Großen Depression schwingt in fast jeder Zeile mit und hallt nach.

US-amerikanische Literatur, die ein paar Worte mehr wert ist.

Aus dem Englischen von Peter Torberg
Verlagsbuchhandlung Liebeskind 2014
ISBN der gebundenen Ausgabe
978-3-95438-021-3

 

Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson: Später Frost
Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss

Ein Schwedenkrimi von 2012, der im Jerusalem des Jahres 1948 seinen Ausgangspunkt hat und eine Geschichte erzählt, die zwar nicht durch unbändige Spannung besticht, dafür aber interessant ist und bei der am Ende manch eine Figur überrascht.

Kiepenheuer & Witsch 2012
ISBN der kartonierten Ausgabe
978-3-462-04449-2

Weihnachten in Skoga

Ach, was habe ich in den letzten Wochen so einige Bücher an- und durchgelesen. Kaum eins davon hat überzeugt und einen Beitrag über die böse Satire hebe ich mir lieber fürs nächste Jahr auf. Deshalb nun ein kurzer Blick auf das, was der Freundeskreis liest. Okay, eigentlich müsste es Freundeskreis las heißen, denn Katja und Jan auf Jagd war Schullektüre, und zwar schon vor Jahrzehnten.
Warum habe ich dieses Buch nicht vergessen?

Wieder geht es nach Schweden, in die Region Bergslagen. Es ist das letzte Adventswochenende und im kleinen Städtchen Skoga herrscht vorweihnachtliche Hektik. Der siebenjährige Jan möchte von seinen letzten Kronen noch Geschenke kaufen. Eins soll für seine fast erwachsene Freundin Katja sein, die die Feiertage bei ihren Großeltern in Skoga verbringt. Mit ihr hat er schon so manches Abenteuer bestanden und auch dieses Mal erleben die beiden eine aufregende Zeit. Nicht nur, dass der Weihnachtsmann erst Jans Geschenke stiehlt, raubt er doch am Abend darauf mit einer Waffe in der Hand genau das Geschäft aus, in dem sich Jan gerade aufhält.
Die Jagd beginnt.

Was soll ich sagen, die Erinnerung trog nicht.
Katja und Jan auf Jagd ist eine Freude für kleine und große Krimifans.
Es gibt noch eine Buchhandlung und eine Krimiautorin mit „einer heimlichen Wohnung“, „dem Zufluchtsort eines Schriftstellers“. Ja, Leserherz, was willst du mehr?
Feinen Humor? Spannung? Gibt es auch.
Dazu kommt ein guter Umgang der Figuren mit Übergriffigkeiten, Geldsorgen oder anderen Problemen, die das Leben so mit sich bringen kann.
Weihnachten wird weder kitschig romantisiert, noch übertrieben konsumkritisch dargestellt. Weihnachten mit seinen regionalen Traditionen, wie etwa Mandeln im Reisbrei, gehört einfach zum Schauplatz der Geschichte und lässt die Zeit Ende der 1970er Jahre für die Leserin wieder lebendig werden.

Der Jubel der Kinder war riesig,
geblümte Unterhosen  
[ 🙂 herrlich]
wurden ebenso freudig begrüßt wie Spielzeugautos und Puppen.“

Maria Lang: Katja und Jan auf Jagd
Ein Krimi (ab 11 Jahre)
Deutsch von Eckehard Schultz
Rowohlt Taschenbuch Verlag 1979
ISBN
3-​499-20232-8

PS: Wer etwas mehr über die Autorin Maria Lang erfahren möchte, findet interessante Infos in der Wikipedia und auf schwedenkrimi.de unter: Die Biografie der Autorin Dagmar Lange alias Maria Lang.

Geschichte eines Dorfes — Literatur aus Schweden

Der Allee Verlag wurde 2024 als unabhängiger Literaturverlag gegründet, um Literaturen aus europäischen Sprachen, die in Deutschland unterrepräsentiert sind, hierzulande eine Stimme zu geben. Eine von zwei Neuerscheinungen des Herbstes 2025 ist der Roman Dein Wille wohnt in den Wäldern des schwedischen Autors Mattias Timander.

Ein junger Mann, der oberhalb eines kleinen Dorfs im nördlichen Schweden lebt, erzählt von seiner Suche nach Herkunft und Zugehörigkeit, als säße man mit ihm am Kaffeetisch oder auf der Bank vor seiner Holzhütte.
Dabei lässt er seinen Gedanken freien Lauf.
Nach und nach befragt er die älteren Bewohner, die er während seines Tagesablaufs zwischen Einkauf oder Holzmachen trifft, nach der Geschichte des Dorfs. Diese heißen sein Interesse zwar gut, bleiben in ihren Antworten jedoch oft knapp und vage, weichen aus oder schweigen.
Und das Wenige, das er erfährt, wirft nur weitere Fragen auf.
Auch deshalb entdeckt er zunehmend die Literatur für sich. Fast fühlt er sich wie ein Bohemien. Allein, dass er überhaupt liest, lässt ihn für andere schon als ein solcher erscheinen.
Doch seine Bücher sind für ihn vor allem ein Rückzugsort.

Genau wie der Wald wurde das Buch zu einer Zuflucht. In den Wald gehen. Ins Buch.“

Das Lesen hilft jedoch nicht immer gegen den Druck der Natur, die Schwere des Schnees und die andauernde Dunkelheit des Winters.

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